Der Blasiussegen
Der heilige Blasius war Bischof der Stadt Sebaste in Armenien. Während der Christenverfolgung um das Jahr 316 erlitt er den Märtyrertod. Um seine Person ranken sich viele Legenden und Erzählungen. Die bekannteste ist sicherlich die, die besagt, dass er während seiner Gefangenschaft verschiedene Kranke heilte, u.a. auch einen Knaben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Erwähnenswert ist auch die Legende, er habe einer armen Frau auf wundersame Weise ihr von einem Wolf geraubtes Schwein zurückgebracht. Diese dankbare Frau habe ihm daraufhin als Dank eine Kerze ins Gefängnis gebracht. Seine Beliebtheit ist bis heute groß. Der heilige Blasius wird seit dem Mittelalter als einer der 14 Nothelfer verehrt und insbesondere als Patron gegen Halskrankheiten und wilde Tiere angerufen.
Der Brauch des Blasiussegens, der erst seit dem 17. Jahrhundert bezeugt ist, stützt sich ebenfalls auf ein Ereignis aus seinem Leben. Er wird am 3. Februar, dem Gedenktag des Heiligen, oder an den Tagen um das Fest der Darstellung des Herrn gespendet und hat folgende Form: Der Priester hält dem Gläubigen zwei gekreuzte, brennende Kerzen vor Gesicht und Hals und spricht dazu die entsprechende Segensformel. Dieser Segen wird meistens nach der Predigt oder im Anschluss an die Messfeier den Gläubigen gespendet. Die Segensformel und die Lichtsymbolik betonen, dass allein Jesus Christus der Ursprung von Gesundheit und Leben ist. Dies soll verhindern, dass der Blasiussegen als magisches, allein vom Menschen gewirktes Heilungsritual missverstanden wird.

 
Karneval und Fastenzeit

Karneval kommt vom lateinischen Wort Carnis (Fleisch). An Karneval sagen die Christen „Lebewohl“ zum Fleischverzehr. Woher kommt dieser Brauch? Fastnacht ist im engeren Sinn der Karnevalsdienstag. Der Tag vor Aschermittwoch. Da während der vierzigtägigen Fastenzeit kein Fleisch gegessen werden durfte, begannen zuerst die Mönche in den Klöstern, das vorrätige restliche Fleisch spätestens an diesem Dienstag aufzuessen. Dass da das Maß nicht immer eingehalten wurde, liegt wohl auf der Hand. Nach und nach schlossen sich Städte und Dörfer dem Brauch an. Hinzu kommt der Brauch des Verkleidens. Man schlüpft in die Rolle des Narren oder trägt Masken. Pfau, Fuchs, Bär und andere Tiere stehen dabei für die sieben Laster. Welche Ironie, dass auch heute an den Faschingstagen viele Mitmenschen alle Hemmungen verlieren und wortwörtlich dem Laster frönen. Der Narr steht sinnbildlich für den Dummkopf, der die Existenz Gottes leugnet. Das Narrenschiff, ohne Segel und Steuer, fährt die Insassen ins Verderben. Im Büttenredner hat sich die Funktion des Hofnarren bis heute erhalten, der den Politikern und Oberen heute ihre Schwächen und Fehler vorhält.
Daher gilt für alle Christgläubigen: Karneval und Fasching haben ihren Sitz im Leben eines gläubigen Menschen. Richtig und vernünftig gefeierter Karneval kann auch ein guter Übergang sein in die bevorstehende heilige Fastenzeit.


 

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